Toni Hubmann (1957–2026): Der Visionär und Pionier, der den Hühnern die Freiheit gab

Klagenfurt (OTS) – Mit Toni Hubmann verliert Österreich einen mutigen
visionären Geist,
einen unermüdlichen Vorkämpfer für den Tierschutz und einen Mann, der
die heimische Landwirtschaft, die Tierhaltung und die
Lebensmittelqualität nachhaltig verändert hat. Der Begründer der
europaweit beachteten Erfolgsmarke „Toni’s Freilandeier“ verstarb
nach einem erfüllten Leben im Alter von 68 Jahren.

Lange bevor „Bio“, „artgerechte Tierhaltung“ und „Tierwohl“ zu
gesellschaftlichen Megatrends wurden, erkannte der gebürtige Steirer
Toni Hubmann, dass die industrielle Käfighaltung von Nutztieren keine
Zukunft hat. Ende der 1980er-Jahre trat er mit einer radikalen Idee
an: Den Legehennen ihre Würde und den Auslauf ins Grüne
zurückzugeben. „Essen ohne Käfig“ war das Motto seines engagierten
Kampfes für tiergerechte Freilandhaltung.

Gegen große Widerstände aus der Agrarpolitik und die anfängliche
Skepsis des Marktes und bei seinen Branchenkollegen etablierte er die
Freilandhaltung im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel. Mit der
von ihm geschaffenen Marke „Toni’s Freilandeier“ bewies Hubmann ein
geniales Gespür für Marketing und Konsumentenpsychologie in engster
Verbindung mit Tierwohl und klarer Wertehaltung. Er veränderte das
Bewusstsein einer ganzen Nation für die Herkunft unserer agrarischen
Lebensmittel. Seine Hühnerställe galten zeitweise als die modernsten
und artgerechtesten in Europa. Hubmann war ein Pionier, der bewies,
dass Wirtschaftlichkeit und Ethik Hand in Hand gehen können. Ein
großer Teil der österreichischen Legehennenbranche folgte Schritt für
Schritt dem Vorreiter.

Sein Engagement und Wirken für Tierwohl, Nachhaltigkeit und
Markenführung wurde vielfach gewürdigt und ausgezeichnet – u.a. mit
dem „Goldenen Ei“ (2010 durch die Albert Schweitzer Stiftung und die
Organisation Compassion in World Farming), dem „Trigos Austria“-Preis
(2012), dem Titel „Superbrand 2015/2016“ oder der Nominierung als
„Österreicher des Jahres“ in der Kategorie Unternehmertum (2013, Die
Presse).

Mit seiner wiederholten Kritik an der oft starren Agrar(förder)
politik oder auch der langen Stallpflicht für Bio-Hühner während der
ersten Vogelgrippe-Welle 2005 schuf sich Hubmann aber nicht nur
Freunde. Seine klare Haltung belegt jedoch seinen unbeugsamen Willen,
notwendige Veränderungen immerfort anzusprechen und mit gutem
Beispiel voranzugehen.

Die späteren wirtschaftlichen Turbulenzen und juristischen
Auseinandersetzungen rund um sein Unternehmen haben ihn menschlich
tief getroffen. Diese Krise schmälert jedoch keinesfalls seine
historischen Leistungen. Zudem wird die Marke „Toni’s Freilandeier“
seit 2018 von der REWE Group als „Tonis Freilandeier“ sehr
erfolgreich weitergeführt.

Toni Hubmann wird als Pionier der österreichischen Landwirtschaft
und Lebensmittelproduktion in Erinnerung bleiben. Er hatte den Mut,
das System der Massentierhaltung herauszufordern und Hand in Hand mit
engagierter Wissenschaft und Tierschützern den Beweis zu führen, dass
hohe Tierwohlstandards auch wirtschaftlichen Erfolg bringen. Er hat
Millionen von Nutztieren ein besseres Leben ermöglicht und den Weg
für eine nachhaltigere agrarische Lebensmittelproduktion geebnet. Mit
seinem Ableben verliert Österreich einen unermüdlich engagierten und
zutiefst visionären Pionier.

Toni Hubmann hinterlässt seine Ehefrau sowie sechs Kinder und
fünf Enkelkinder

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