Totschnig: Trockener Frühling mit niedrigen Grundwasserständen in Österreich

Wien (OTS) – Der Frühling 2026 war laut aktuellen Auswertungen des
Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und
Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) deutlich
trockener als im langjährigen Durchschnitt. Österreichweit lag das
Niederschlagsdefizit bei nahezu 50 Prozent. Gleichzeitig war die
mittlere Lufttemperatur um rund +1,4 °C höher als im klimatologischen
Mittel der Periode 1991–2020. Details finden sich im Bericht zum
Wasserhaushalt Österreichs im Frühling sowie im Monatsbericht Mai
2026 des BMLUK.

Die Trockenheit prägte alle drei Frühlingsmonate. Bereits der März
verlief zu trocken, im April fiel österreichweit nur rund ein Drittel
der üblichen Niederschlagsmenge und auch der Mai blieb
niederschlagsarm. Betroffen war nahezu das gesamte Bundesgebiet.

„Der trockene Frühling zeigt, dass sich Veränderungen des Klimas
zunehmend auf den Wasserhaushalt auswirken. Derzeit weisen rund 80
Prozent der Grundwassermessstellen niedrige Niveaus auf. Österreich
ist bei der Trinkwasserversorgung weiterhin gut aufgestellt.
Gleichzeitig setzen wir Vorsorgemaßnahmen um – vom
Trinkwassersicherungsplan über den Aufbau eines österreichweiten
Wasserentnahmeregisters bis hin zu Investitionen in die
Wasserinfrastruktur. Für 2026 konnten bereits 126 Mio. Euro für
Projekte zur Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zugesagt
werden. So können neue Quellen für Trinkwasser erschlossen,
Trinkwassernetze verbunden und wichtige Sanierungen durchgeführt
werden. Auch in der Bewusstseinsbildung legen wir den Fokus auf den
sorgsamen Umgang mit Wasser. Ziel ist es, die Versorgungssicherheit
langfristig zu gewährleisten und Wasserressourcen nachhaltig zu
schützen“ , betont Umweltminister Norbert Totschnig.

Wenig Schnee, niedrige Abflüsse und Grundwasserstände
Die Schneemengen lagen im Frühjahr in den meisten Regionen und
Höhenlagen unter dem langjährigen Mittel. Der saisonale
Schneespeicher, der wesentlich zur Abflussbildung und
Grundwasserneubildung beiträgt, war daher insgesamt
unterdurchschnittlich ausgeprägt.

Die niederschlagsarme Witterung wirkte sich zunehmend auf
Fließgewässer und Grundwasser aus. Ende Mai lagen die monatlichen
Abflüsse an mehr als 90 Prozent der Pegelmessstellen unter den
langjährigen Monatsmitteln. Gleichzeitig wiesen rund 80 Prozent der
Grundwassermessstellen niedrige Niveaus auf.

Mai setzt trockene Witterung fort
Der Mai 2026 verlief mit einer Temperaturabweichung von +1,4 °C
erneut wärmer als im langjährigen Mittel. Gleichzeitig fiel rund ein
Drittel weniger Niederschlag als üblich. Mitte Mai kam es durch einen
Kaltlufteinbruch vorübergehend zu Schneefällen bis unter 1.000 Meter
Seehöhe, die jedoch nur geringe Auswirkungen auf die insgesamt
unterdurchschnittliche Schneesituation hatten.

Entwicklung und Ausblick
Die zuletzt wiederholt auftretenden Niederschläge tragen zur
Durchfeuchtung der oberen Bodenschichten bei und dürften insbesondere
in der Landwirtschaft vorübergehend Entlastung bringen. Für eine
nachhaltige Verbesserung der Situation sind jedoch länger anhaltende
und flächendeckende Niederschläge erforderlich.

Nach aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria ist in den kommenden
Wochen weiterhin mit überdurchschnittlichen Temperaturen zu rechnen.
Zwar sind wiederholt Niederschläge durch Schauer und Gewitter
möglich, Hinweise auf eine länger anhaltende niederschlagsreiche
Wetterphase bestehen derzeit jedoch nicht. Kurzfristig ist daher
keine nachhaltige Verbesserung der Grundwassersituation zu erwarten.