Wien (OTS) – Ausgerechnet Stimmen aus der Praxis kommen in der
Debatte um den
Beitrag des Gastgewerbes zur Inflation zu kurz. Der Präsident der
Österreichischen Hotelvereinigung, Walter Veit, will das ändern. Eine
realistische Darstellung der Preissteigerung sei dringend notwendig:
„Wir werden seit Jahren für etwas abgewatscht, wofür wir nichts
können, und das Monat für Monat. Wären die Preissteigerungen so hoch
wie angegeben, würde kaum noch jemand Urlaub in Österreich machen. Da
gehen die gefühlte Wahrheit und die Realität vollkommen auseinander.
Dabei steigt die Zahl der Nächtigungen aus dem Inland Jahr für Jahr“,
so Veit.
Zwtl.: Veit: Qualitätssteigerung berücksichtigen
Eine maßgebliche Rolle bei den Zimmerpreisen spielt die
Steigerung der Angebotsqualität. Veit nennt den Bau oder Ausbau von
Wellnessbereichen als eines der offensichtlichsten Beispiele: „Da
sind der Bau und der laufende Betrieb wahnsinnig kostspielig. Mit
Teuerung im herkömmlichen Sinn hat das aber nichts zu tun“, erklärt
Veit.: „Das ist kein Preisaufschlag auf dasselbe Produkt, sondern ein
qualitativ hochwertigeres. Die Gäste nehmen das gern in Kauf, sonst
würden sie nicht kommen. Und sie kommen. Das zeigt die Statistik Jahr
für Jahr.“
Zwtl.: Nur Entlastung kann Preise senken
Noch wichtiger als die richtige Darstellung der Preisentwicklung
wäre die Entlastung der Branche, so Veit: „Der Hauptgrund für den
Preisanstieg im Gastgewerbe sind noch stärker steigende Kosten“,
verweist Veit auf die betriebs- wie volkswirtschaftlich höchst
problematische Situation: „Alles, von dem Hotels und Restaurants viel
brauchen, kommt aus dem Inland, und das wurde in den vergangenen
Jahren überproportional teurer: Speisen und Getränke, Energie,
Baukosten, Zinsen und natürlich die Löhne und Gehälter. Das sind
unsere größten Ausgabenpositionen und dafür steigen die Kosten seit
Jahren deutlich über der Inflation.“
Zwtl.: Billig-Produkte aus Fernost dämmen Inflation, spielen im
Gastgewerbe aber keine Rolle
Was billiger wird im Warenkorb und die Inflation eindämmt, spielt
in der Hotellerie praktisch keine Rolle: „Ein Drittel des VPI machen
Textilien und Schuhe, Elektrogeräte, Kommunikation und der Haushalt
aus. Für praktisch alles, was aus Fernost kommt, sinken die Preise
oder steigen deutlich unter der Inflation. In der Hotellerie liegen
die Ausgaben dafür insgesamt im einstelligen Prozentbereich“,
beschreibt Veit die Realität.
Zwtl.: Energie- und Lohnnebenkosten senken – und zwar spürbar
Daher fordert Veit neben der korrekten Darstellung des
Tourismusbeitrags zur Inflation vor allem effektive Maßnahmen zur
Kostensenkung: „Runter mit den Energiekosten nicht nur für die breite
Bevölkerung und Großkonzerne, sondern gerade auch für KMU, und auch
für eine Lohnnebenkostensenkung muss Geld da sein!“

