Transportwirtschaft massiv unter Druck – Forderung nach Gewerbediesel war zentrales Thema beim Tag der NÖ Transporteure

St. Pölten (OTS) – Spartenobfrau Beate Färber-Venz und
Güterbeförderungsgewerbe-Obmann
Markus Fischer: „Gewerbediesel und Aussetzung des CO₂ Preises auf
Diesel würden die Branche und die Inflation umgehend stabilisieren!“

In der Arena Nova (Wr. Neustadt) waren die Maßnahmen gegen
steigende Treibstoffpreise, hohe steuerliche Belastungen, Maut und
regulative Kosten sowie die Unsicherheiten bezüglich der
geopolitischen Lage die bestimmenden Themen. Die Preisbremse auf
Treibstoffe ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, greift
jedoch viel zu kurz. „Die Transportwirtschaft steht unter enormem
Druck. Treibstoff ist unser zentraler Kostenfaktor, und genau hier
wirken die staatlichen Maßnahmen derzeit nicht ausreichend“, betont
Markus Fischer, Fachverbands- und NÖ Fachgruppenobmann des
Güterbeförderungsgewerbes, „die bisher gesetzten Schritte reichen
nicht aus, um Unternehmen nachhaltig zu entlasten und ihre
Wettbewerbsfähigkeit zu sichern“.

Über 40 Prozent Dieselpreissteigerung in weniger als vier Monaten
Seit Jahresbeginn ist der Dieselpreis laut Bundesministerium für
Wirtschaft, Energie und Tourismus von 1,492 Euro (29.12.2025) auf
derzeit etwa 2 Euro gestiegen. Das sind rund 40 Prozent innerhalb
weniger Monate.
Ein durchschnittliches Fahrzeug der Klasse Euro VI mit einer
Jahresfahrleistung von 100.000 km und einem Verbrauch von 30 Liter
auf 100 km verbucht allein durch den gestiegenen Dieselpreis
Mehrkosten von rund 18.510 Euro pro Fahrzeug und Jahr.
Zusätzlich betragen durch die gestiegenen Mauttarife die Mehrkosten
seit 1.1.2026 rund 4.092 Euro pro Lkw und Jahr.

Maßnahmenpaket gegen die Kostenexplosion

Die Transporteure fordern die Einführung eines Gewerbediesels,
konkret durch eine Aussetzung des CO₂-Preises auf Diesel. Diese
Maßnahme wäre effizient, treffsicher und rasch wirksam.

Seit Einführung der CO₂-Bepreisung im Jahr 2022 hat der Staat
daraus erhebliche Mehreinnahmen erzielt. Allein in den Jahren 2024
und 2025 waren es – gemessen am Dieselverbrauch – über 1,6 Milliarden
Euro. Rechnet man auch noch die Einnahmen aus Benzin hinzu, ergibt
sich ein Betrag von mehr als 2,1 Milliarden Euro, und zwar netto.
Hinzu kommen also noch die Einnahmen aus der Umsatzsteuer. Beim CO₂-
Preis handelt es sich um eine im Jahr 2022 neu eingeführte Steuer und
somit um zusätzliche Einnahmen für das Budget. „Nun ist es an der
Zeit, dass ein Teil dieser Mittel wieder an jene zurückfließt, die
sie erwirtschaften“, so Obmann Fischer.

Keynote-Speaker Sebastian Kummer empfahl den Transporteuren
Dieselfloater, um die Risiken zu minimieren. Dieser Dieselfloater ist
ein in der Transport- und Logistikbranche verwendetes, variables
Preismodell, das die Kosten für Dieselkraftstoff an die aktuelle
Marktentwicklung anpasst. Es dient dazu, hohe Schwankungen der
Treibstoffpreise auszugleichen und das finanzielle Risiko bei
steigenden Preisen dadurch zu minimieren, dass es fair und
transparent in die Frachtverträge integriert wird. So bleiben
langfristige Kalkulationen für Transportleistungen trotz volatiler
Energiepreise möglich. „Der Iran-Krieg mit seinen
Dieselkostensteigerungen war ein unvorhersehbares Ereignis.
Idealerweise haben Sie Dieselfloater, die greifen – wenn nicht,
verhandeln Sie unbedingt nach und vereinbaren Sie Dieselfloater für
die Zukunft!“ gab der international anerkannte WU-Professor (
Institutsvorstand für Transportwirtschaft und Logistik) Sebastian
Kummer den Frächtern mit auf den Weg.

Doppelt sinnvoller Gewerbediesel

Ein Gewerbediesel hätte dabei eine doppelte Wirkung: Einerseits
würde er die Transportbranche und die gesamte Wirtschaft gezielt
entlasten und damit einen wesentlichen Teil der heimischen
Versorgungskette stabilisieren. Andererseits würde er helfen, ein
erneutes Aufflammen der Inflation zu verhindern, denn steigende
Transport- und Logistikkosten schlagen unweigerlich auf Warenpreise
durch.

„Wenn die Politik Preisstabilität und Versorgungssicherheit ernst
nimmt, muss sie die Rahmenbedingungen für die Transportwirtschaft
dafür absichern“, erklärt Niederösterreichs Spartenobfrau Beate
Färber-Venz (Transport und Verkehr), „ein Gewerbediesel ist keine
Subvention, sondern eine punktuelle und sachlich begründete
Rückführung von Mehreinnahmen – und vor allem ist sie ein wirksames
Instrument gegen weitere Kosten- und Preisschübe. Letztendlich geht
es um nichts geringeres, als durch diese raschen und unbürokratischen
Entlastungen die Existenz der Unternehmen zu sichern und ihre
Insolvenzen zu verhindern, damit die Versorgungssicherheit von uns
allen aufrechterhalten werden kann“.