UNESCO Welterbe: Warum spannt sich nach Wien jetzt auch Bundesregierung vor Tojner-Karren?

Wien (OTS) – Als „äußerst fragwürdig“ bezeichnet die
Umweltorganisation VIRUS
jüngste Aktivitäten um das UNESCO Welterbestätte Wien Innere Stadt.
Sprecher Wolfgang Rehm „Es war schon nicht nachvollziehbar, warum ein
Wiener Bürgermeister seit Jahren wegen eines einzelnen Bauprojektes
eines privaten Investors am Heumarkt die Gefährdung des
Welterbestatus in Kauf nimmt, nun spannt sich offenbar auch die
Bundesregierung vor diesen Karren, das ist aber gerade nicht
Regierungsaufgabe und wäre daher schleunigst einzustellen.“

Mehrere Medienberichte hätten aufgezeigt, dass höchstrangige
Vertreter der Republik Österreich nicht davor zurückschrecken würden,
zum Schaden für das System Welterbestätten mit den Usancen zu
brechen. „Bestandteil dieser Destruktionspolitik sind offenbar
skrupellose Frontalattacken mit diskreditierender Begleitmusik auf
den für die Bewertung der Roten Liste des gefährdeten Welterbes
maßgeblichen ICOMOS – Beirat,“ kritisiert Rehm, dem auch sauer
aufstößt, dass seit nahezu einer Dekade alles versucht werde, für das
umstrittenen Wertinvest-Bauprojekt eine Umweltverträglichkeitsprüfung
zu vermeiden und dass es dafür massive Schützenhilfe durch die Wiener
Stadtregierung gebe. Bei den Projektvarianten‚Heumarkt Neu’ und
‚Heumarkt Neu 2023’ habe VIRUS mit Beschwerden in die zweite Instanz
gehen müssen, um schließlich dem Recht zum Durchbruch zu verhelfen.
„Die beiden Feststellungsbescheide der Stadt Wien wurden vom
Bundesverwaltungsgericht umgedreht und jeweils UVP-Pflicht
festgestellt. Für das Originalprojekt gilt das umso mehr, dennoch
kann sich die Wiener Landesregierung nicht überwinden, dies auch zu
beschließen und lässt sie den Akt lieber auf ewig abliegen,“ so Rehm.
Dass Regierungsmitglieder Partikulärinteressen über Gemeinwohl
stellen, habe sich bereits in der Vergangenheit gerächt und sollte
daher auch dieser angehören. „Die Bundesregierung möge ihre
unstatthaften Interventionen zugunsten eines privaten Bauprojekts
unverzüglich einstellen, und bleibt zu hoffen, dass sich das
Welterbekomitee davon nicht irritieren lässt,“ so Rehm abschließend.