Wien (OTS) – Die ÖH warnt, dass diese Budgetkürzung bei den
Hochschulen den Druck
auf Student_innen und Lehrende deutlich erhöht. Selina Wienerroither
aus dem ÖH-Vorsitzteam betont die unmittelbaren Folgen: „Der Verzicht
der UNIKO auf 121 Millionen Euro an bereits zugesicherten Mitteln
sendet ein fatales Signal an Studierende und das
Universitätspersonal. Weniger Planungssicherheit, steigender Druck
auf Lehrende und verschlechterte Studienbedingungen sind die
unmittelbaren Folgen. Projektgebundene Drittmittel können die
Grundfinanzierung nicht ersetzen: Sie sind zeitlich befristet,
gebunden an bestimmte Vorhaben und erzeugen neue Abhängigkeiten. Ein
zukunftsfähiges Hochschulsystem braucht stabile Basisfinanzierung und
nicht weitere Aushöhlung.“
Die Situation für das Universitätspersonal verschärft sich durch
die aktuelle Tarifregelung zusätzlich. Für 2026 sind Erhöhungen von
1,65 % vorgesehen, für 2027 nur 1,3 %. Zwar erhalten alle
Beschäftigten eine Erhöhung von mindestens 60 Euro pro Monat, dennoch
entstehen reale Einkommensverluste. Viele Universitäten werden ihre
Sparbeiträge voraussichtlich durch Einsparungen beim Personalbudget
ausgleichen müssen, wodurch der Druck auf Lehrende steigt und die
Arbeitsbedingungen weiter belastet werden.
Gerade weil die Grundfinanzierung bereits jetzt unter Druck
steht, kritisiert die ÖH, dass die Universitäten zugunsten
staatlicher Budgetziele dazu gedrängt werden, auf ihre Mittel zu
verzichten. Die Entscheidung verschiebt die Verantwortung für die
Krise vom Bund auf die Hochschulen und bleibt nicht ohne Folgen für
die Qualität der Lehre und Forschung. Viktoria Kudrna aus dem ÖH-
Vorsitzteam erläutert: „Es ist nicht Aufgabe der Universitäten,
staatliche Unterfinanzierung auszugleichen. Dass Hochschulen einen
gewichtigen Teil ihrer Basisfinanzierung hergeben müssen, damit der
Bund seine Budgetziele erfüllt, ist ein fragwürdiges Signal. Die
Rechnung zahlen am Ende Student_innen und das Universitätspersonal,
die ohnehin seit Jahren unter Engpässen leiden.“
Neben der finanziellen Belastung sieht die ÖH auch eine
langfristige Gefahr für den Hochschulraum: die zunehmende
Abhängigkeit von projektorientierter Drittmittelfinanzierung. Diese
Dynamik kann nicht nur Forschungsprioritäten verschieben, sondern
auch Arbeitsbedingungen und die Qualität universitärer Lehre
beeinträchtigen. Umut Ovat aus dem ÖH-Vorsitzteam ergänzt: „Wenn
Universitäten gezwungen sind, ihre Mittel über Projektförderung
zurückzuholen, statt eigenständig forschen zu können, leidet die
Unabhängigkeit der Hochschulen und damit auch die wissenschaftliche
Freiheit. Hochwertige Lehre, faire Arbeitsbedingungen und echte
Studienqualität brauchen stabile Grundfinanzierung und nicht noch
mehr Konkurrenz um befristete Fördertöpfe.“
Die ÖH fordert deshalb, dass der Bund seiner Verantwortung
nachkommt und den FTI-Pakt selbst vollständig ausfinanziert. Eine
nachhaltige Forschungs- und Hochschulpolitik müsse klar über
kurzfristigen budgetpolitischen Manövern stehen. Dazu braucht es
langfristig eine real valorisierte, krisenfeste Basisfinanzierung,
die unter anderem durch Maßnahmen wie die Einführung neuer
vermögensbezogener Steuern oder den Abbau fossiler Subventionen
gesichert werden kann.


