Von ihr war der Stuhl, den die Welt Le Corbusier zuschrieb – große Ausstellung zu Charlotte Perriand im Museum der Moderne Salzburg

Salzburg (OTS) – „Wir besticken hier keine Kissen.“ Mit diesen Worten
wies der
renommierte Architekt Le Corbusier die damals 24-jährige Perriand
nach ihrer Bewerbung in seinem Studio zurück. Doch dabei sollte es
nicht bleiben: Ihre innovativen Entwürfe überzeugten ihn rasch vom
Gegenteil und er engagierte sie als Innenarchitektin. Zehn Jahre
arbeitete sie gemeinsam mit ihm im Atelier und war dort der Kopf
hinter einigen der bedeutendsten Möbelentwürfe des 20. Jahrhunderts –
darunter die ikonischen Stahlrohrmöbel, die bis heute als
Meilensteine des modernen Designs gelten. Heute zählt die
französische Architektin und Designerin (1903–1999) zu den
einflussreichsten Gestalter:innen der Moderne.

„Perriand hat sich bereits vor rund hundert Jahren mit Fragen
beschäftigt, die heute aktueller denn je sind: Wie können wir auf
begrenztem Raum gut leben? Wie gestalten wir Wohnräume nachhaltig und
ressourcenschonend? Und wie kann Design die Lebensqualität der
Menschen verbessern?“ , betont Harald Krejci, Direktor des Museum der
Moderne Salzburg . „Die Ausstellung zeigt eindrucksvoll, wie visionär
Perriands Antworten auf diese Herausforderungen waren und warum ihr
Werk bis heute nichts von seiner Relevanz verloren hat.“

Zwtl.: Alpines Wohnen auf 2.000 Metern Höhe

Herzstück der Schau ist die originalgetreue Rekonstruktion des
Refuge Bivouac , einer alpinen Schutzhütte, die Charlotte Perriand in
den 1930er-Jahren entwickelte. Als leidenschaftliche Bergsteigerin
beklagte sie auf ihren Touren immer wieder das Fehlen einfacher
Schutzräume im Hochgebirge. Aus dieser Erfahrung entstand die Idee
einer kompakten, funktionalen Unterkunft für extreme alpine
Bedingungen. 1938 wurde das Refuge Bivouac auf dem Mont Joly in rund
2.000 Metern Höhe errichtet und von Perriand selbst erprobt. Für die
Ausstellung entstand nun erstmals eine originalgetreue und begehbare
Rekonstruktion im Rahmen eines Forschungsprojekts der Technischen
Universität München gemeinsam mit der Fachhochschule Salzburg .

Zwtl.: Begehbare Modellwohnung

Ein echtes Gefühl dafür, wie Perriand modernes Leben vor rund 100
Jahren dachte, vermittelt die begehbaren Modellwohnung Équipement
intérieur d’une habitation entworfen von Charlotte Perriand, Le
Corbusier und Pierre Jeanneret. Diese wurde dank Cassina realisiert –
Premium-Partner der Ausstellung und das einzige Unternehmen weltweit,
das Perriands Möbel lizenziert produzieren darf.

Zwtl.: Internationale Wanderausstellung

Die Retrospektive wurde zuvor in den Kunstmuseen Krefeld gezeigt
und wandert nach Salzburg weiter in die Fundació Joan Miró,
Barcelona. Die Schau stellt Premieren in allen drei Ländern dar und
war bereits in Deutschland ein großer Erfolg. Sie entstand in enger
Zusammenarbeit mit den Archives Charlotte Perriand – mit besonderem
Dank an Pernette Perriand-Barsac und Jacques Barsac.

Zwtl.: Ausstellungsdaten

Charlotte Perriand. Moderne leben: Design, Fotografie,
Architektur
Bis 13. September 2026, Museum der Moderne Salzburg, Mönchsberg

Weiterführende Informationen und Bildmaterial
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