Wien (OTS) – Mit dem Projekt „Ankerpunkte“ zeigt das Open Innovation
in Science
Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG OIS) gemeinsam mit dem
Ludwig Boltzmann Institut für Grund- und Menschenrechte (LBI GMR) wie
man in einem co-kreativen Prozess und künstlerischen Praktiken neue
Wege eröffnen kann: gegen Scham, Isolation und für ein
wertschätzendes Miteinander. Zentrales Anliegen ist die
Enttabuisierung und Entstigmatisierung von Demenz sowie die Förderung
inklusiver Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Am 21. September ist Welt-Alzheimertag. Vergessen ist ein natürlicher
Prozess des Gehirns. Bei einer Demenzerkrankung verschwinden
Erinnerungen jedoch Schritt für Schritt – oft sind es zunächst
aktuelle Ereignisse, die nicht mehr präsent sind, während emotionale
Erfahrungen oder Kindheitserlebnisse noch lange im Gedächtnis
verankert bleiben. Rund 60 bis 70 Prozent der Menschen mit einer
Demenzerkrankung leiden an Alzheimer-Demenz. Das LBG-Projekt
„Ankerpunkte“ untersucht nun wie Scham und gesellschaftlicher Rückzug
bei Demenz thematisiert und überwunden werden können. Projektlaufzeit
ist von 2025 bis 2027.
„Mit ‚Ankerpunkte‘ wollen wir Räume schaffen, in denen Menschen mit
und ohne Demenz einander auf Augenhöhe begegnen können. Durch
künstlerische Zugänge und co-kreative Prozesse tragen wir dazu bei,
Tabus zu brechen, Vorurteile abzubauen und eine Kultur der Teilhabe
und Offenheit zu fördern“, erklärt Andrea Schmidt, Senior Expert im
LBG OIS Center.
Zwtl.: Projekt „Ankerpunkte“ entwickelt neue Perspektiven auf Demenz
im Waldviertel
Seit Jahresbeginn arbeitet das Projekt „Ankerpunkte“ am LBG OIS
Center in enger Kooperation mit dem LBI GMR. Im Rahmen einer
umfassenden Literaturrecherche sowie zwölf Expert:inneninterviews
wurden dabei zentrale Herausforderungen identifiziert.
Deutlich wird: Sowohl für Betroffene als auch für Angehörige stellen
Schamgefühle und die daraus resultierende Isolation eine große
Belastung dar. Hier setzt das Projekt „Ankerpunkte“ an. Mit
künstlerisch-kreativen Praktiken sollen in einem co-kreativen Prozess
inklusive Räume geschaffen werden, die einen Perspektivenwechsel
ermöglichen und neue Formen des Erinnerns und Vergessens gemeinsam
erlebbar machen.
Ein weiterer wichtiger Meilenstein ist die „Ideation“, die im Rahmen
einer Ideenwerkstatt im Herbst 2025 im Waldviertel Nord stattfinden
wird. Gemeinsam mit Betroffenen, Angehörigen und regionalen
Expert:innen werden dort innovative Ansätze entwickelt, die dann im
Frühjahr bis Herbst 2026 vor Ort erprobt und weiterentwickelt werden.
Das Ziel: Ein nachhaltiges Programm zu künstlerisch-kreativen
Zugängen im Umgang mit Demenz zu entwickeln, das langfristig in der
Region Waldviertel Nord verankert wird.
Zwtl.: Kunst als Brücke: Innovative Ansätze für Menschen mit Demenz
im ländlichen Raum
Insbesondere ländliche Regionen stehen vor der Herausforderung,
eine immer älter werdende Bevölkerung zu begleiten. Gerade das Thema
Demenz erfordert hier neue, kreative Antworten. Unter dem Begriff
„Rural Innovation“ entsteht nun erstmals mit „Ankerpunkte“ ein
Projekt des LBG OIS Centers, das Kunst als Schlüssel einsetzt, um
Betroffenen und ihren Familien neue Zugänge zu eröffnen.
„Kunstangebote wirken nachweislich positiv auf Menschen mit Demenz:
Sie fördern Kommunikation, wecken Erinnerungen und schaffen wertvolle
Momente des Miteinanders. Mit dem Projekt ‚Ankerpunkte‘ zeigen wir,
dass solche Programme nicht nur in Städten, sondern auch im
ländlichen Raum erfolgreich umgesetzt werden können – angepasst an
regionale Gegebenheiten und getragen von einer starken Gemeinschaft“,
so Schmidt weiter.
Das Waldviertel Nord ist die erste Modellregion, in der gemeinsam mit
den Menschen vor Ort neue Wege der Teilhabe erprobt werden. Ziel ist
es, die gewonnenen Erfahrungen später auch in andere Regionen zu
übertragen. Interessierte Personen sind eingeladen sich aktiv
einzubringen und können sich direkt an das Projektteam wenden.
Inhaltliche Fragen
Dr.in Andrea Schmidt
Senior Expert LBG OIS Center
+43 1 513275052
[email protected]

