Wien (OTS) – Anlässlich des Welt-Parkinson-Tages am 11. April rückt
die
Österreichische Parkinson-Gesellschaft (ÖPG) die wachsende Bedeutung
der Erkrankung in den Fokus. Die Parkinsonkrankheit gehört zu den am
schnellsten zunehmenden neurologischen Erkrankungen weltweit. Damit
gewinnen Prävention und Maßnahmen zur Verbesserung des Alltags von
Betroffenen zunehmend an Bedeutung.
Dazu veranstaltet die ÖPG jährlich eine Informationsveranstaltung
für Betroffene und Angehörige in wechselnden Regionen Österreichs –
heuer am 10. April in Linz: Expert:innen geben praxisnahe Einblicke
in moderne Therapien und aktuelle Entwicklungen; im Anschluss steht
der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
Weitere Informationen: www.parkinson.at
Aktuell leben in Österreich rund 25.000 bis 30.000 Menschen mit
Parkinson – mit steigender Tendenz, auch bedingt durch die höhere
Lebenserwartung. „Parkinson zählt als chronische Erkrankung zu den
größten globalen Herausforderungen für Gesundheitssysteme und
Gesellschaft. Umso wichtiger ist es, die Betreuung und Versorgung von
Betroffenen gezielt weiterzuentwickeln“, erklärt Prim. Univ.-Prof.
Dr. Jörg Weber , Präsident der Österreichischen Gesellschaft für
Neurologie (ÖGN), die sich verstärkt für Hirngesundheit einsetzt.
Parkinson entsteht durch den fortschreitenden Verlust
dopaminproduzierender Nervenzellen im Gehirn, insbesondere in der
Substantia nigra. Typische Symptome sind Zittern, verlangsamte
Bewegungen, Muskelsteifheit sowie Gleichgewichts- und Gangstörungen.
Die Ursachen werden durch Forschungsfortschritte klarer: Neben
genetischer Veranlagung spielen auch Umweltfaktoren wie
Luftverschmutzung und Pestizide eine Rolle.
Die Behandlung kombiniert verschiedene Therapieformen. Neben der
sehr individuell angepassten medikamentösen Therapie kommen nicht
medikamentöse Maßnahmen wie Physio-, Ergo- und Logopädie,
psychologische Unterstützung und die Angebote von Selbsthilfegruppen
zum Einsatz. Für regelmäßige, anstrengende Bewegung gibt es
wissenschaftliche Hinweise auf einen echten Einfluss auf den
Erkrankungsfortschritt. Bei Schwankungen der Medikamentenwirkdauer
oder Überbewegungen als Nebenwirkung gibt es – immer auf
individuellen Faktoren beruhend – eine Auswahl zwischen mehreren
gerätegestützten Verfahren: außerhalb des Körpers getragenen
Pumpensystemen oder der tiefen Hirnstimulation.
Zwtl.: Zugang zu neuen Therapien bleibt entscheidend
Parkinson ist nach wie vor nicht heilbar, doch die Forschung
macht große Fortschritte. Neue Erkenntnisse – insbesondere zu
genetischen Ursachen – eröffnen vielversprechende Ansätze. Weltweit
werden zahlreiche Studien durchgeführt, die zum Ziel haben, das
Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen oder im Idealfall
aufzuhalten. Gleichzeitig werden neue symptomatische Therapien
entwickelt, die Beschwerden wirksam lindern und die Lebensqualität
verbessern. „Entscheidend ist, dass diese Fortschritte auch in
Österreich rasch und für alle Patientinnen und Patienten zugänglich
sind – dafür braucht es einerseits verstärkte Forschungsförderung,
andererseits die Erstattung zugelassener, nachgewiesen wirksamer
Therapien“, betont Priv.-Doz.in Dr.in Regina Katzenschlager ,
Präsidentin der Österreichischen Parkinson-Gesellschaft (ÖPG).
Die Erkrankung wird häufig mit höherem Alter assoziiert, kann
jedoch auch jüngere Menschen betreffen – auch in Phasen hoher
beruflicher und familiärer Verantwortung. Männer erkranken etwas
häufiger als Frauen; als mögliche Ursachen werden hormonelle und
genetische Einflüsse sowie Unterschiede bei Umwelt- und
Lebensstilfaktoren diskutiert.
„Vorbeugende Maßnahmen gewinnen an Bedeutung. Dazu gehören eine
weitere Reduktion schädlicher Umweltfaktoren wie Pestizide und
Luftverschmutzung, andererseits auf individueller Ebene Bewegung,
Sport, ausgewogene Ernährung, vor allem Vermeiden künstlich
verarbeiteter Nahrungsmittel, und Vorsorgeuntersuchungen. Es gibt
auch erste Hinweise darauf, dass Infektionen das Parkinsonrisiko
erhöhen und umgekehrt Impfungen günstig sein könnten – auch in diese
Richtung laufen weitere Studien“, betont Dr. Katzenschlager.
Zwtl.: Forschung auf Hochtouren – neue Perspektiven
Die internationale Forschung konzentriert sich zunehmend auf
frühere Diagnosen und gezieltere Behandlungsstrategien, die vor allem
auf laufenden Erkenntnissen aus genetisch bedingten Zellveränderungen
beruhen. Personalisierte Ansätze, eine multiprofessionelle Betreuung
auch durch ausgebildete Pflegepersonen und Therapeut:innen, laufend
neu zugelassene symptomatisch nachgewiesen wirksame Medikamente und
ein früherer Einsatz gerätegestützter Therapien eröffnen bereits
jetzt neue Perspektiven für die Betroffenen.
Große Parkinson-Informationsveranstaltung in Linz
Die große Informationsveranstaltung für Betroffene, Angehörige und
Interessierte wird gemeinsam mit der regionalen Selbsthilfegruppe
organisiert und bietet neben Fachvorträgen auch gezielt Raum für
Gespräche sowie den persönlichen Austausch zwischen Betroffenen und
Referent:innen.
Datum: 10.4.2026, 11:00 – 15:00 Uhr
Ort: Festsaal Neues Rathaus
Hauptstraße 1-5, 4041 Linz
Url: https://www.parkinson.at

