Weltmuseum Wien und Theatermuseum erhalten bedeutende Christine de Grancy-Schenkung

Wien (OTS) – Der KHM-Museumsverband freut sich über eine bedeutende
Schenkung: Auf
Initiative der Familie de Grancy wurde ein Teilnachlass der
international renommierten österreichischen Fotografin Christine de
Grancy (1942–2025) an die Sammlungen des Weltmuseum Wien und an das
ebenfalls zum KHM-Museumsverband gehörende Theatermuseum im Palais
Lobkowitz übergeben.

„ Die Schenkung stellt einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen
Sicherung und wissenschaftlichen Aufarbeitung des Werks einer der
prägenden Fotografinnen Österreichs dar “, freut sich Jonathan Fine,
Generaldirektor des KHM-Museumsverbands.

„ Fotografinnen sind in Museumssammlungen nach wie vor deutlich
unterrepräsentiert, während Werke männlicher Kollegen wesentlich
umfassender gesammelt wurden. Mit der Aufnahme des Nachlasses von
Christine de Grancy wird das Weltmuseum Wien ein bewusstes Zeichen
für die Sichtbarmachung weiblicher Positionen in der
Fotografiegeschichte setzen “, ergänzt Claudia Banz, die Direktorin
des Weltmuseums Wien.

„ Wir sind sehr stolz darauf, einen Teil dieses bedeutenden
Nachlasses übernehmen zu dürfen. Damit schließt sich für unser Haus
ein Kreis zur Ausstellung “Sturm und Spiel” im Jahr 2022, mit der wir
erstmals ihr fotografisches Schaffen für das Theater würdigen konnten
“, so Franz Pichorner, Direktor des Theatermuseums im Palais
Lobkowitz.

Zwtl.: Ein einzigartiges visuelles Vermächtnis: Christine de Grancys
größter öffentlicher Werkbestand im Weltmuseum Wien

Christine de Grancy war eine Fotografin mit weltweiter Reichweite
und eine Meisterin des präzise beobachteten Augenblicks. In körniger
Silbergelatine machte sie nicht nur Licht und Atmosphäre sichtbar,
sondern verdichtete die Beziehungen zwischen Menschen, Rollen und
politischen Kontexten zu eindringlichen, zutiefst persönlichen
Bildern.

Der Nachlass, der vom Weltmuseum Wien verwahrt wird, umfasst
circa 45.000 Abzüge, Negative und Kontaktprints sowie Farbdias der
fotografischen Dokumentationsarbeit von Christine de Grancy, die sich
auch auf den Globalen Süden konzentrierte. Ihre Darstellungen
politischer Umbrüche und sozialer Veränderungen bieten dem Museum und
seiner Öffentlichkeit eine starke visuelle Dokumentation und
spannendes Forschungsmaterial zu den Übergängen des 20. Jahrhunderts.
De Grancys Werke sind somit eine wertvolle zeitgenössische Ergänzung
und Erweiterung zu den historischen Sammlungen des Museums.

Darüber hinaus umfasst die Schenkung Kameras aus dem persönlichen
Arbeitsumfeld der Fotografin, von ihr gesammelte Zeitungsausschnitte
zu ihrem Werk sowie einen Teil ihrer Fachbibliothek mit Büchern zur
Fotografie und zu verschiedenen Ländern, die sie bereist hat. Die
größte Sammlung von Werken Christine de Grancys in einer öffentlichen
Institution ist somit nun im Weltmuseum Wien verankert.

Zwtl.: Von Streeruwitz bis Tabori

Christine de Grancys Nachlass von Arbeiten für die Theaterwelt
wurde der Fotosammlung des Wiener Theatermuseums im Palais Lobkowitz
übergeben. De Grancy „revolutionierte“ die Theaterfotografie, indem
sie sich als eine der ersten ihres Fachs mit großem Respekt und
dramaturgischem Gespür bei Proben unter die Schauspielerinnen und
Schauspieler mischte und als Teil des Ensembles wahrgenommen wurde.

Die Schenkung beinhaltet rund 10.000 Fotografien von vorrangig
Wiener Theaterproduktionen und Gastspielen, Porträts von
Künstlerinnen und Künstlern sowie zahlreichen illustren
Theatermacherinnen und Theatermachern wie Marlene Streeruwitz, George
Tabori und Martin Schwab.