Wien (OTS) – Vorgestern präsentierte Kulturstadträtin Veronica
Kaup-Hasler (SPÖ)
die geplanten Kürzungen des Wiener Kulturbudgets. Letztes Jahr betrug
das Kulturbudget (ohne VHS) in Summe Ꞓ 348,8 Mio. Dieses will man
jetzt (exkl. VHS) auf Ꞓ 322,3 senken.
Fehlender Altstadterhaltungfonds = “Abrissförderung”
Nicht wenige Eigentümer, insbesondere Immobilienfirmen, versuchen
immer wieder erhaltenswerte Altbauten abzureißen, um diese durch
lukrative Neubauten zu ersetzen. Diesem Trend wirkt der
Altstadterhaltungsfonds entgegen. In diesem Zusammenhang spielt der
Altstadterhaltungsfonds eine entscheidende Rolle. Im § 60 Abs. 1 lit.
d Bauordnung für Wien heißt es: “Für Bauwerke in Schutzzonen und
Gebäude, die vor dem 1.1.1945 errichtet wurden, darf die
Abbruchbewilligung nur erteilt werden, wenn (…) die Instandsetzung
(…) trotz Einbeziehung von öffentlichen Förderungen und der
Berücksichtung von wirtschaftlichen Ertragsoptimierungspotentialen am
Bauwerk nur durch wirtschaftlich unzumutbare Aufwendungen bewirkt
werden kann (…).” So wird über den Altstadterhaltungsfonds der
“Deckungsfehlbetrag” oftmals entscheidend ausgeglichen, um auf den im
Gesetz vorgeschriebenen nötigen Ertragswert zu gelangen.
Absturz des Altstadterhaltungsfonds ins Bodenlose!
Seit vielen Jahren kommt man an die Fördersumme der Jahre 2001
bis 2015 nicht mehr heran (Ohne Inflationsbereinigung! Damals betrug
die Fördersumme z.B. im Jahr 2006 beachtliche Ꞓ 8,69 Mio.!). 2024
betrug sie Ꞓ 2,6 Mio., absoluter Tiefpunkt der letzten Jahrzehnte war
aber das Jahr 2019 mit nur Ꞓ 0,73 Mio. Jetzt will man ins absolut
Bodenlose stürzen …! Das Büro Kaup-Hasler hat gestern der
Initiative Denkmalschutz gegenüber schon angekündigt, dass es 2026
auch keine Beiratssitzungen des Altstadterhaltungsfonds mehr geben
wird; wie auch, wenn es absolut nichts mehr zu verteilen geben wird?
Appell an das Kulturbewusstsein der Gemeinderäte/-innen
Würde man den Altstadterhaltungsfonds wie das Gesamtbudget
lediglich um 7,6 % kürzen, blieben für die Altstadterhaltung immerhin
Ꞓ 2,4 Mio. Die Initiative Denkmalschutz appelliert eindringlich, die
brutale Kürzung auf “0 Euro” zu überdenken, da man dadurch nicht nur
wertvolle Altbauten opfert, sondern auch die Wiener Denkmalpflege
“zerstört”, die eine für Österreich so wichtige lokale Wertschöpfung
bringt.


