Berlin (OTS) – Mit dem internationalen Reverse the Red Day rufen Zoos
und
Naturschutzorganisationen weltweit dazu auf, den Trend auf der Roten
Liste der Weltnaturschutzunion IUCN umzukehren – von Rot (Bedrohung)
zu Grün (Erholung). Das Ziel: Gefährdete Arten sollen wieder eine
Zukunft haben.
„Wir wissen, dass Artenschutz wirkt – wenn wir ihn konsequent
betreiben und zusammenarbeiten“, sagt Volker Homes, Geschäftsführer
des Verbands der Zoologischen Gärten (VdZ). „Zoos leisten dazu einen
unverzichtbaren Beitrag. Sie sichern genetische Vielfalt, ermöglichen
Wiederansiedlungen und sensibilisieren Millionen Besucherinnen und
Besucher für den Schutz der Natur.“
Erfolgsgeschichten, die Mut machen
Przewalski-Pferde galten in der Natur als ausgestorben – heute
streifen sie wieder durch die Steppen der Mongolei und Kasachstans,
ermöglicht durch das koordinierte Europäische Zuchtprogramm unter
Beteiligung einer Vielzahl von Zoos.
Die Moorea-Baumschnecke wurde von der IUCN vom Status „in der
Natur ausgestorben“ auf „vom Aussterben bedroht“ hochgestuft, also
ein Zeichen, dass Reverse the Red möglich ist. Die Schnecken aus
Zoobeständen wurden auf der Pazifikinsel Moorea bei Tahiti
ausgewildert. Inzwischen sind erste erwachsene Schnecken im
natürlichen Lebensraum nachgewiesen worden. Der Zoo Schwerin
koordiniert und unterstützt bei der Zucht und Auswilderung bedrohter
Schneckenarten in der Region.
Die Vietnamesische Krokodilschwanzechse profitiert vom Austausch
wissenschaftlich geführter Zoos. Der Kölner Zoo spielt im
Erhaltungszuchtprogramm eine Schlüsselrolle und zog bereits fast 50
Nachzuchten in zweiter Generation auf. Zwölf Tiere wurden im Herbst
2025 nach Vietnam zurückgeführt und stehen dort für das erste
Wiederauswilderungsprogramm bereit.
Auch in Deutschland wird Artenschutz greifbar: Zoos engagieren
sich in Projekten und unterstützen die Rückkehr bedrohter heimischer
Arten wie Luchs, Bartgeier und Waldrapp.

