Graz (OTS) – Viel Applaus gab es bei der feierlichen
Auszeichnungsveranstaltung im
Rahmen des 1. Österreichischen Fußverkehrsgipfels am 23. September
2025 im Congress Graz. Zehn Städte und Gemeinden aus ganz Österreich
sowie das Amt der Steiermärkischen Landesregierung wurden für ihr
Engagement für gesunde und klimaschonende Mobilität geehrt. Durch
ihre Maßnahmen im Fußverkehr leisten sie einen wesentlichen Beitrag,
um Gehen als wertvollen Teil einer nachhaltigen Mobilität zu stärken
und lebenswerte, zukunftsfähige Räume für alle Generationen zu
schaffen.
Die Auszeichnungen wurden von Cornelia Breuß, Sektionsleiterin im
Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI)
, stellvertretend für Mobilitätsminister Peter Hanke überreicht.
Minister Hanke gratulierte per Videobotschaft und betonte die
Bedeutung des Fußverkehrs für die Mobilitätswende: „Zu-Fuß-Gehen ist
die älteste, einfachste und zugleich nachhaltigste Form der
Mobilität. Es stärkt die Gesundheit, fördert soziale Teilhabe und
macht unsere Städte und Gemeinden lebenswerter. Nahezu alle
Landeshauptstädte haben bereits einen Masterplan Gehen beschlossen,
denn unser Ziel ist klar: Bis 2030 wollen wir den Anteil des
Fußverkehrs in Richtung 20 Prozent erhöhen und damit die
Mobilitätswende entscheidend vorantreiben. Ich danke allen, die sich
dafür engagieren und gratuliere den ausgezeichneten Städten und
Gemeinden sehr herzlich.“
Auch Städtebund-Generalsekretär Thomas Weninger gratulierte: „Zu-
Fuß-Gehen bringt gesunde Bewegung in den Alltag und Leben in die
Städte. Wo Fußgängerzonen ausgebaut, Plätze und Wege attraktiv und
barrierefrei gestaltet sind, dort gehen die Menschen auch vermehrt zu
Fuß – mit allen positiven Effekten für die eigene Gesundheit, die
Verkehrssicherheit, die Umwelt und nicht zuletzt auch für den
Einzelhandel. Aus Sicht vieler österreichischer Städte, aber auch für
uns als Institution, sind das sehr gute Gründe, den Fußverkehr
‚Schritt für Schritt‘ voranzubringen.“ Zudem verweist Weninger auf
jahrelange persönliche Erfahrung. Er betont: „Um eine Stadt und ihr
Lebensgefühl zu spüren und zu erfahren, gibt es wohl nichts Besseres,
als sich diese zu ‚ergehen‘.“
Zwtl.: Zu-Fuß-Gehen für alle – eine Frage der Raumaufteilung und
Mobilitätsplanung
Bei der Preisverleihung wurden Projekte ausgezeichnet, die von
punktuellen Gehsteigerrichtungen bis hin zu umfassenden
Neugestaltungen zentraler Plätze reichen. Die prämierten Städte und
Gemeinden haben jeweils einen lokalen Masterplan für das Gehen
entwickelt und beschlossen sowie die Möglichkeiten von Förderungen
genutzt. Dabei zeigte sich auch, dass der Ausbau des Fußverkehrs weit
über einzelne Maßnahmen hinausgeht und eine zentrale Frage der
Raumaufteilung und Mobilitätsplanung betrifft.
Die gerechte Aufteilung des öffentlichen Raums auf verschiedene
Verkehrsmittel stellt Gemeinden und Städte jeder Größe vor
Herausforderungen. Gerade deshalb wird das Zu-Fuß-Gehen als sicherer,
klimafreundlicher und generationenübergreifend relevanter
Verkehrsträger zunehmend in die lokale Verkehrsplanung integriert.
Attraktive Wege und einladende Aufenthaltsbereiche sind dabei nicht
nur ein Beitrag zur Lebensqualität, sondern auch eine Investition in
die Mobilitätswende und damit in die Zukunft. Darüber hinaus zeigt
sich: Wo sichere und angenehme Infrastruktur für den Fußverkehr
geschaffen wird, steigt die Nutzung deutlich – und mit ihr die
Belebung der Ortszentren sowie der lokalen Wirtschaftskraft.
Zwtl.: Gemeinsam Verantwortung übernehmen: Das Erfolgsmodell
Steiermark
Besonders gewürdigt wurde das Land Steiermark. Die
Fußverkehrsstrategie Steiermark 2030+, entwickelt in Zusammenarbeit
mit der TU Graz und beschlossen im Herbst 2023, setzt neue Maßstäbe
in der Förderung des Gehens. Mit einer Pilotphase in zehn Gemeinden
startete ein österreichweit einzigartiges Modell, bei dem Land und
Kommunen nicht nur fachlich, sondern auch finanziell gemeinsam
Verantwortung übernehmen. Die daraus gewonnenen Erfahrungen flossen
in die 2024 beschlossene Förderrichtlinie ein. Bereits 21 steirische
Gemeinden verfügen heute über ein „Örtliches Fußverkehrskonzept“,
zehn davon sind bereits in Umsetzung. Für das Jahr 2025 stellt das
Land Steiermark dafür rund eine Million Euro bereit.
Zwtl.: Die Ausgezeichneten auf einen Blick:
Niederösterreich: St. Pölten (u. a. Promenadenumgestaltung mit
Schaffung einer breiten Flaniermeile mit viel Grün und
Sitzgelegenheiten)
Oberösterreich: Fischlham (u. a. Querungshilfen über
Landesstraße, Ausbau durchgängier und direkter Fußwege,
Verkehrsberuhigung Tempo 30) | Ried im Innkreis (u. a. bis 2035
Schaffung von Gehverbindungen entlang von Bächen, Verkehrsberuhigung
und Attraktivierung der Innenstadt, sicheres Gehen im Umfeld von
Schulen und Kindergärten) | Wartberg ob der Aist (u. a.
Attraktivierung von Freizeitwegen, sichere Schulwegverbindungen,
Gehsteig Schulstraße)
Salzburg: Grödig (u. a. Schaffung sicherer, durchgängiger und
kurzer Fußwege, Verbreiterung von Gehsteigen und Aufwertung einer
Bushaltestelle im Schulbereich, Querungshilfen)
Steiermark: Amt der Steiermärkischen Landesregierung (Sonderpreis
für umfassende Aktivitäten zur Förderung des Fußverkehrs in der
Steiermark) | Graz (u. a. Leitprojekt Neutorviertel mit neuer
Straßenbahnstrecke, Geh- und Radwegen, Begegnungszone Kaiserfeldgasse
) | Gröbming (u. a. Projekt Klostergasse mit barrierefreiem
Lückenschluss Reha-Zentrum/Pflegeheim, Neugestaltung Stoderplatz)
Tirol: Dölsach (u. a. Gestaltung sicherer Fußwege zum Zentrum,
Verbesserung der Aufenthaltsqualität des Schulvorplatzes, Einrichtung
von Elternhaltestellen) | Innsbruck (u. a. Umgestaltung des COOLYMP
Olympiaparks am DDr. Alois-Lugger-Platz, Entsiegelung von Flächen und
Bepflanzung)
Wien: Liesing – 23. Wiener Gemeindebezirk (u. a. Masterplan Gehen
)
Fotogalerie:
klimaaktiv.at/bildergalerie/1-oesterreichischer-fussverkehrsgipfel
Über klimaaktiv mobil:
klima aktiv mobil ist die Klimaschutzinitiative des Bundes im
Mobilitätsbereich. Im Mittelpunkt steht die Förderung
umweltfreundlicher und gesundheitsfördernder Mobilität. So werden
etwa klimaschonendes Mobilitäts-management, Rad- und Fußverkehr,
EcoDriving, alternative Antriebe, erneuerbare Energie im
Verkehrsbereich sowie innovative öffentliche Verkehrsangebote
forciert. klima aktiv mobil leistet einen Beitrag zum Erreichen der
EU-Klima- und Energieziele und unterstützt damit den nationalen Klima
– und Energieplan (NEKP).
Über den Österreichischen Fußverkehrsgipfel:
Der Österreichische Fußverkehrsgipfel ist ein Veranstaltungs-
Highlight im Rahmen von „Österreich zu Fuß“, der neuen Initiative des
Bundes zur Förderung des Zu-Fuß-Gehens (österreichzufuss.at). Der
Fußverkehrsgipfel dient dem Wissensaustausch und unterstützt die
Umsetzung des „Masterplan Gehen 2030“, des strategischen Rahmens zum
österreichweiten Ausbau des Fußverkehrs. Im Mittelpunkt steht die
Frage, wie wir das Zu-Fuß-Gehen für alle Menschen in Österreich
attraktiver und sicherer machen können, wie wir Synergien zwischen
dem Zu-Fuß-Gehen in Freizeit und Alltag bestmöglich nutzen und die
Fußverkehrsplanung zum Vorteil aller gestalten können.
Pressedienst klima aktiv mobil: Lockl & Keck, Edith Holzer, +43
664 124 03 62, [email protected]


