Wien (OTS) – Die aktuelle Publikation „Wohnen 2025“ der Statistik
Austria zeigt
ein klares Bild: Der Anteil der Wohnkosten am Haushaltseinkommen ist
in den vergangenen Jahren gesunken. Lag die Wohnkostenbelastung (
Personen) im Durchschnitt 2022 noch bei 19 Prozent, betrug sie 2024
18 Prozent und liegt 2025 bei nur mehr 17 Prozent des
Haushaltseinkommens. ÖHGB-Präsident RA Dr. Prunbauer erläutert diese
Entwicklung: „Der Grund dafür liegt in den Löhnen und Gehältern, die
sich in den letzten Jahren deutlich stärker als die Wohnkosten
entwickelt haben.“
Die Entwicklung der Hauptmietzinse zur allgemeinen Inflation (im
Durchschnitt) für den Zeitraum 2020 bis Mai 2025 gibt ebenfalls ein
deutliches Bild ab: Die Mietsteigerungen betrugen 28,3 Prozent, die
allgemeine Inflation 32,2 Prozent. Damit liegen die Mieten mit nahezu
3 Prozent unterhalb der allgemeinen Inflation. Prunbauer: „Was das
Wohnen verteuert hat, sind die vor allem die hohen Energiekosten.“
Österreich verfügt im internationalen Vergleich über einen
außergewöhnlich großen Bestand an sozialem Wohnbau. Rund 60 Prozent
des gesamten Mietwohnungssektors entfallen auf Gemeinde- und
Genossenschaftswohnungen. Das eigentliche Problem liegt nicht in
einem generellen Mangel an Leistbarkeit, sondern in der
Treffsicherheit der Vergabe. Etwa 40 Prozent der hochverdienenden
Mieter (mehr als 180 Prozent des Medianeinkommens) wohnen in einer
Gemeinde- oder Genossenschaftswohnung. Die Folge dieser Fehlbelegung
ist, dass sich einkommensschwache Wohnungssuchende auf dem privaten
Mietwohnungsmarkt versorgen müssen.
ÖHGB-Präsident RA Dr. Martin Prunbauer warnt: „Wie viele weitere
Eingriffe in das Mietrecht braucht es noch, bis dieser ideologisch
motivierte Kurs endlich beendet wird? Die Fakten liegen auf dem
Tisch: Die Wohnkostenbelastung steigt nicht, sondern sinkt, obwohl
die Energiekosten erheblich steigen. Auch die Hauptmietzinse
entwickeln sich seit 2020 unterhalb der Inflation. Gleichzeitig
werden Vermieter durch immer neue Eingriffe belastet.
Die negativen Folgen dieser Politik sind bereits sichtbar.
Investitionen in die Erhaltung und Verbesserung bestehender
Wohnhäuser gehen zurück, ebenso die Neubautätigkeit. Auch die Zahl
der Baubewilligungen befindet sich auf einem besorgniserregenden
Tiefstand. Damit wird ausgerechnet jenen geschadet, denen angeblich
geholfen werden soll – den Wohnungssuchenden. Prunbauer: „Weniger
Investitionen bedeuten weniger Wohnraum und ein knapperes Angebot.“
Prunbauer abschließend: „Es ist höchste Zeit, ideologisch
geprägte Symbolpolitik durch eine faktenbasierte Wohnpolitik zu
ersetzen. Österreich braucht mehr Investitionsmöglichkeiten in den
Bestand und mehr Neubau – nicht weitere Eingriffe, die
Wohnraumschaffung verhindern und den Wohnungsmangel verschärfen.“
Mehr über den ÖHGB
Der Österreichische Haus- und Grundbesitzerbund (ÖHGB,
www.oehgb.at ) ist die größte freiwillige Interessenvertretung
österreichischer Haus-, Grund- und Wohnungseigentümer. Die
Hauptaufgabe des ÖHGB besteht im Schutz und in der Förderung des
Privateigentums sowie der Wahrnehmung der gemeinsamen Interessen der
privaten ImmobilienbesitzerInnen. Die ca. 30.000 Mitglieder teilen
sich auf die neun Landesverbände auf, die ihren Mitgliedern mit
fundierten Rechts-, Steuer-, Versicherungs-, Bau- bzw.
Finanzierungsberatungen und weiteren, umfangreichen Informations- und
Serviceleistungen, zur Seite stehen. Darüber hinaus betreiben der
ÖHGB und dessen Landesverbände im Interesse der Mitglieder aktive
Standespolitik in der Interessenvertretung auf allen Ebenen.


