Politik darf beim Trinkwasser nicht länger zuschauen: ÖVGW fordert rasche Reform des Wasserrechts

Wien (OTS) – Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und
Wasserfach (ÖVGW)
fordert jetzt entschlossenes politisches Handeln vom für Trinkwasser
zuständigen Bundesminister Totschnig und legt einen konkreten
Vorschlag für eine Novelle des Wasserrechtsgesetzes (WRG) vor.

Der Klimawandel ist längst in Österreichs Wasserversorgung
angekommen. Der Frühling 2026 war mit einem Temperaturanstieg von +
1,4 °C deutlich zu warm und mit einem Niederschlagsdefizit von etwa
50 Prozent der trockenste seit Beginn der Aufzeichnungen.
Gleichzeitig blieben die Schneemengen deutlich unter dem langjährigen
Mittel – mit gravierenden Folgen für die Grundwasserreserven.

Die Auswirkungen sind bereits heute in weiten Teilen Österreichs
sichtbar: Mehr als 80 Prozent der Grundwasserpegel liegen aktuell im
niedrigen bis sehr niedrigen Bereich – von Salzburg über
Niederösterreich bis Kärnten. Vielerorts wurden sogar die niedrigsten
Grundwasserstände der vergangenen 100 Jahre unterschritten. Für viele
Wasserversorger ist diese Entwicklung alarmierend – und für das einst
wasserreiche Österreich ein Warnsignal, das nicht länger ignoriert
werden darf. Gleichzeitig verschärfen der fortschreitende Klimawandel
und der steigende Wasserbedarf – insbesondere für die
landwirtschaftliche Bewässerung – den Druck auf die verfügbaren
Wasserressourcen weiter.

Zwtl.: ÖVGW fordert konkrete Schritte zur Absicherung der
Trinkwasserversorgung

„Es braucht jetzt eine praktikable und rechtssichere Lösung für
alle Beteiligten, wie die Trinkwasserversorgung abgesichert werden
kann. Die aktuellen Bestimmungen des WRG sind nicht mehr zeitgemäß
und der Klimawandel wartet nicht auf politische Entscheidungen.
Angesichts zunehmender Trockenperioden und wachsender
Versorgungsrisiken ist es naheliegend, das WRG 1959 an die aktuellen
Anforderungen zum Schutz der Trinkwasserversorgung anzupassen“ , so
ÖVGW-Vizepräsident Mag. Nikolaus Sauer, Sprecher der
Trinkwasserversorger.

Die ÖVGW fordert daher:

Die Verankerung des Vorranges der Trinkwasserversorgung in
Wassermangellagen,

eine flächendeckende Erfassung aller Grundwasserentnahmen als
Grundlage für eine vollständige datenbasierte Wasserbilanz sowie

die langfristige und vorausschauende Absicherung der
Trinkwasserversorgung.

Zwtl.: Ein Gesetzesvorschlag liegt auf dem Tisch – jetzt ist der
Minister am Zug

Die ÖVGW kritisiert, dass trotz der Verankerung der genannten
Punkte im Regierungsprogramm bisher keine Umsetzungsschritte
diesbezüglich erfolgt sind.

„Nachdem das zuständige Landwirtschaftsministerium (BMLUK) bisher
keine Aktivitäten zu einer Novelle des WRG gesetzt hat, hat die ÖVGW
die Initiative ergriffen und einen konkreten Gesetzesvorschlag für
eine WRG-Novelle erstellt und auch bereits dem Ministerium übergeben“
, sagt ÖVGW-Vizepräsident Nikolaus Sauer.

„Der Vorschlag der ÖVGW zur Novellierung des Wasserrechtsgesetz
zielt auf einen praktikablen und rechtssicheren Schutz der
Trinkwasserversorgung unter Berücksichtigung der Interessen aller
Beteiligten ab. Nur so kann eine sichere Trinkwasserversorgung auch
in Zeiten des Klimawandels gewährleistet werden. Wir erwarten uns im
Sinne der österreichischen Bevölkerung von Bundesminister Norbert
Totschnig, dass er seiner Verantwortung nachkommt und rasch die
erforderlichen Schritte setzt“ , so Sauer abschließend.

Über die ÖVGW

Die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW
) ist die einzige, unabhängige und freiwillige Interessensvertretung
für die österreichischen Trinkwasserversorger. Sie zählt über 314
Unternehmen aus dem Wasserbereich zu ihren Mitgliedern. Über
Kooperationen mit Landesverbänden vertritt die ÖVGW mehr als 2.000
Wasserversorger. Diese beliefern rund 80 % der zentral versorgten
Bevölkerung mit Trinkwasser. Das österreichische Trinkwasser wird zu
100 % aus Grundwasser (Brunnen und Quellen) gewonnen, welches
Großteils nicht aufbereitet werden muss. Für die ÖVGW steht daher der
Schutz des Grundwassers und die sichere Versorgung der Bevölkerung
mit gesundem, hochqualitativem Trinkwasser in Zeiten des Klimawandels
im Fokus.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie unter http://bild.ots.at