Augenlaser

Wiener Wohnungsmarkt nähert sich mit einem Transaktionsvolumen von 1,62 Mrd. Euro dem Rekordniveau von 2022

Wien (OTS) – – Transaktionsvolumen von EUR 1,62 Mrd. bei
Eigentumswohnungen nur 8
% unter 2022

– Bestandswohnungen verteuern sich auf EUR 4.645/m², Erstbezug bei
EUR 7.395/m²

– Anteil gewerblicher Mietwohnungen an Fertigstellungen bricht 2027
auf 3 % ein

Der Wiener Wohnungsmarkt hat im ersten Halbjahr 2026 weiter an
Dynamik gewonnen: Das Transaktionsvolumen bei Eigentumswohnungen
kletterte auf EUR 1,62 Mrd. und liegt damit nur noch 8 % unter dem
Rekordniveau des ersten Halbjahres 2022. „ Nach der Erholung 2025
zieht der Markt heuer noch einmal spürbar an und nähert sich wieder
dem Niveau der Spitzenjahre. Käuferinnen und Käufer greifen wieder
zu, bei Eigentumswohnungen genauso wie bei Häusern und Villen “, sagt
Geschäftsführer Eugen Otto. Parallel dazu verschärft sich laut dem
aktuellen Wiener Wohnmarktbericht von OTTO Immobilien ein anderes
Problem: Der Anteil von gewerblichen Bauträgern errichteten
Mietwohnungen an den Fertigstellungen sinkt bis 2027 auf ein
historisches Tief.

Zwtl.: Eigentumswohnungen: Nachfrage zieht in allen Segmenten an

Sowohl beim Transaktionsvolumen als auch bei der Anzahl der
Verkäufe setzte sich die Erholung des Wiener Eigentumswohnungsmarkts
im ersten Halbjahr 2026 fort. Mit EUR 1,62 Mrd. übertraf der Markt
das Ergebnis des Vergleichszeitraums (EUR 1,35 Mrd.) um 21 %, die
Zahl der Transaktionen stieg von 3.644 auf 4.290 (+18 %). Der Anteil
von Bauträgerwohnungen (Erstbezug) am Transaktionsvolumen liegt mit
knapp 33 % weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt vor der
Zinswende (45 %), hat sich aber seit 2023 stabil auf diesem Niveau
gehalten. Bei der Anzahl der Transaktionen entfielen 1.038 bzw. 24 %
der 4.290 Verkäufe auf Bauträgerwohnungen (2025: 23 %).

Zwtl.: Preise: Bestand zieht an, Erstbezug pendelt sich ein

Der Quadratmeterpreis bei Bestandswohnungen hat sich im ersten
Halbjahr 2026 auf durchschnittlich EUR 4.645/m² erhöht (2. HJ 2025:
EUR 4.519/m², +2,8 %). Erstbezugswohnungen von Bauträgern kosteten im
Schnitt EUR 7.395/m² (2. HJ 2025: EUR 7.376/m²) und bewegen sich
damit seit der ausgeprägten Abwärtsbewegung ab dem zweiten Halbjahr
2023 erstmals wieder auf einem stabilen Niveau. „ Bei
Bestandswohnungen sehen wir seit Jahresbeginn einen Preisauftrieb.
Beim Erstbezug hat sich der Markt dagegen nach Zeiten rückläufiger
Preise nun eingependelt – ein Zeichen dafür, dass Bauträger und
Käufer:innen wieder zu einer gemeinsamen Preisbasis gefunden haben “,
so Sonja Kaspar, Leiterin Wohnen bei OTTO Immobilien.

Zwtl.: Fertigstellungen: Gewerbliche Mietwohnungen fallen 2027 auf
rund 3 %

Die Zahl der Wohnungsfertigstellungen in Wien bleibt insgesamt
niedrig 1 : Nach 11.016 fertiggestellten Einheiten 2025 werden für
2026 aktuell 12.092 und für 2027 9.608 Einheiten prognostiziert.
Deutlich schärfer fällt die Entwicklung innerhalb des Marktes aus:
Der Anteil der von gewerblichen Bauträgern errichteten Mietwohnungen
an den Fertigstellungen sinkt von rund 18 % (2025) und 21 % (2026)
auf nur noch etwa 3 % im Jahr 2027. Das entspricht insgesamt rund 260
Einheiten. „Kein anderer Wert in unserem Bericht zeigt einen so
starken Einbruch. Die Rahmenbedingungen der Bau- und der
Finanzbranche haben private Bauträger und institutionelle Investoren
aus diesem Segment weitgehend verdrängt“ , sagt Sonja Kaspar.

Diese Verknappung im gewerblichen Mietsegment verschärft die Lage am
Wiener Mietmarkt zusätzlich und lenkt die Nachfrage wieder verstärkt
in Richtung Eigentumswohnungen. „ Noch ist am Eigentumsmarkt genug
Angebot aus den vergangenen Jahren vorhanden, das die zusätzliche
Nachfrage auffängt. Wir gehen aber davon aus, dass dieses Polster
Anfang 2027 aufgebraucht ist – danach kommt spürbar weniger nach.
Durch diese Verknappung des Angebots werden Anlagewohnungen für
Private wieder deutlich interessanter“ , so Sonja Kaspar.

Zwtl.: Einfamilienhäuser & Villen: Erholung setzt sich fort

Auch im Segment der Einfamilienhäuser und Villen in den Wiener
Gemeindebezirken 13, 14, 16 bis 19 und 21 bis 23 setzte sich die
Erholung fort. Das Transaktionsvolumen stieg im ersten Halbjahr 2026
auf rund EUR 217 Mio. (1. HJ 2025: EUR 207 Mio., +5 %), die Zahl der
Transaktionen kletterte von 225 auf 245 (+9 %). Auf Bezirksebene
zeigt sich ein heterogenes Bild: Während das Transaktionsvolumen in
vier der neun untersuchten Bezirke zurückging, am stärksten im 16.
Bezirk (-54 %), verzeichneten fünf Bezirke Zuwächse, allen voran der
13. Bezirk (+183 %). Der 22. Bezirk bleibt trotz des Rückgangs mit 87
Transaktionen weiterhin der mit Abstand aktivste Markt. Käufer:innen
sind mit einem Anteil von 95 % am Transaktionsvolumen nach wie vor
überwiegend Privatpersonen.

Der mittlere Kaufpreis (Median) blieb mit EUR 610.000 gegenüber
dem Vorjahr (EUR 606.000) nahezu unverändert. Je nach Bezirk und Lage
entwickelten sich die Preise jedoch uneinheitlich – der 17. Bezirk
verzeichnete etwa ein Plus von rund 66 %, während sich beispielsweise
die Preise im 14. Bezirk stabil entwickelten. „Der Häuser- und
Villenmarkt besteht aus einer Vielzahl kleiner, eigenständiger
Teilmärkte. Wer hier verkauft oder kauft, muss die Lagen genau
kennen“ , sagt Eugen Otto.

Zwtl.: Ausblick

Für das zweite Halbjahr 2026 erwartet OTTO Immobilien eine
Fortsetzung der positiven Entwicklung, allerdings ohne sprunghafte
Marktbewegungen. Im Bauträgersegment gehen die Expert:innen von
weitgehend stabilen Preisen aus: Hohe Kosten für Grundstücke,
Errichtung und Finanzierung bereits fertiggestellter Projekte lassen
kaum Spielraum für Preissenkungen. Die Nachfrage nach gut geplanten,
qualitativ hochwertigen Wohnungen in guten Lagen bleibt solide. Im
Bestand zeichnet sich eine weitere moderate Preissteigerung ab.
Gefragt sind vor allem Wohnungen mit zeitgemäßer Ausstattung, guten
Grundrissen und hoher Energieeffizienz, Objekte mit Sanierungsbedarf
oder unrealistischen Preisvorstellungen lassen sich dagegen schwerer
vermarkten.

Die größte Herausforderung bleibt die schwache
Fertigstellungstätigkeit im gewerblichen Mietsegment: Zahlreiche
Projekte befinden sich weiterhin in Vorbereitung oder wurden
zurückgestellt, für viele Vorhaben gibt es noch kein konkretes
Fertigstellungsdatum.

Die bestehende Angebotsknappheit dürfte sich dadurch weiter
verschärfen und sowohl den Eigentums- als auch den Mietmarkt
beeinflussen. „ Die Nachfrage ist da, was fehlt, ist das Angebot.
Solange kaum neue Mietwohnungen von gewerblichen Bauträgern
fertiggestellt werden, bleibt der Druck auf beiden Seiten des Marktes
hoch, bei Miete wie bei Eigentum “, schließt Eugen Otto.

[1] Quelle: WKO Quartalsupdate 02/26 (Fachverband der Immobilien- und
Vermögenstreuhänder) und Exploreal, 02.07.26

E-Paper: Der vollständige Wohnmarktbericht von OTTO Immobilien
mit detaillierten Analysen, Markt- und Bezirksdaten ist hier
abrufbar: https://epaper.otto.at/link/786170/

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