Wien (OTS) – Wien, 17.09.2026 – Mit dem offiziellen Baustart für den
Ausbau der
Verbindungsbahn beginnt am Freitag eines der wichtigsten
Infrastrukturprojekte im Westen Wiens. Die Wirtschaftskammer Wien
sieht darin vor allem einen starken Impuls für den
Wirtschaftsstandort. „Eine leistungsfähige Stadt braucht eine
leistungsfähige Infrastruktur. Gute Erreichbarkeit ist für Betriebe
heute ein entscheidender Standortfaktor, für Kunden genauso wie für
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Ausbau der Verbindungsbahn
stärkt Wien deshalb weit über die unmittelbare Strecke hinaus“, sagt
Margarete Kriz-Zwittkovits, Präsidentin der Wirtschaftskammer Wien .
Zum Baustart veröffentlicht die WK Wien eine Analyse der
volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts. Die Berechnungen des
Wiener Standortanwalts zeigen: Die Investitionen von rund 511,5
Millionen Euro lösen in Wien einen Beitrag zum Bruttoregionalprodukt
von 248,5 Millionen Euro aus. Rund 2.270 Arbeitsplätze werden
geschaffen oder gesichert. Österreichweit beträgt der BIP-Effekt rund
402,9 Millionen Euro .
„Solche Investitionen wirken doppelt. Sie schaffen schon in der
Bauphase Wertschöpfung und Beschäftigung und verbessern danach
dauerhaft die Qualität des Standorts. Gerade in wirtschaftlich
anspruchsvollen Zeiten ist das besonders wichtig“, so Kriz-
Zwittkovits.
Bessere Erreichbarkeit stärkt Betriebe
Für die Wirtschaft liegt der langfristige Nutzen vor allem in der
besseren Erreichbarkeit. Entlang der West-Ost-Achse zwischen
Hütteldorf, Meidling und Aspern liegen neun Betriebszonen mit rund
910 Hektar Betriebsflächen . Eine bessere öffentliche Anbindung
erweitert für die dort ansässigen Unternehmen das potenzielle
Arbeitskräfteangebot und macht Betriebsstandorte attraktiver.
Gerade für Pendlerinnen und Pendler aus der Stadtregion schafft
eine leistungsfähigere S-Bahn eine echte Alternative zum Auto und
kann damit dazu beitragen, den Modal Split weiter in Richtung
öffentlicher Verkehr zu verschieben. Davon profitieren nicht nur die
Beschäftigten, sondern auch die Betriebe, weil sich ihr Einzugsgebiet
am Arbeitsmarkt vergrößert.
Auch für Einkaufsstraßen und lokale Geschäftsstandorte erwartet
die WK Wien positive Effekte. Höhere Fahrgast- und
Passantenfrequenzen können insbesondere Erdgeschoßzonen und lokale
Geschäftsstrukturen stärken. Für die drei Haltestellen im Bereich der
Verbindungsbahn werden künftig rund 22.400 Ein- und Ausstiege täglich
prognostiziert, gegenüber derzeit rund 2.500 in Speising.
Auch nach Abschluss der Bauarbeiten bleibt ein messbarer
wirtschaftlicher Effekt. Die Berechnungen gehen von jährlich rund 6,9
Millionen Euro zusätzlicher Bruttowertschöpfung in Wien aus.
Standortanwalt brachte wirtschaftliche Interessen ein
Die Wirtschaftskammer Wien hat das Projekt auch im UVP-Verfahren
begleitet. Der Wiener Standortanwalt der WK Wien brachte dort die
öffentlichen Standortinteressen sowie die volkswirtschaftlichen
Vorteile des Ausbaus ein. Nach dem positiven UVP-Bescheid und den
weiteren Rechtsverfahren wurden die Genehmigungen Anfang 2026
bestätigt.
Der nun veröffentlichte WK-Wien-Bericht „Attraktivierung der
Verbindungsbahn: ökologisch sinnvoll, ökonomisch wertvoll“ fasst die
wirtschaftlichen Effekte und Standortvorteile des Projekts zusammen
und ist unter wko.at/wien/verbindungsbahn abrufbar.
Zukunftsprojekt: S-Bahn-Ring für Wien
Für die WK Wien darf der Ausbau der Verbindungsbahn nicht der
letzte Schritt sein. Ziel muss ein geschlossener S-Bahn-Ring um Wien
sein, der die Außenbezirke besser miteinander verbindet und das
bestehende Schienennetz stärker als leistungsfähiges innerstädtisches
Verkehrsmittel nutzt.
„Die Verbindungsbahn ist ein wichtiger Baustein, aber wir müssen
weiterdenken. Wien braucht einen leistungsfähigen S-Bahn-Ring, der
die Außenbezirke besser verbindet und Pendlerinnen und Pendlern
attraktive Alternativen zum Auto bietet. Gute öffentliche
Erreichbarkeit ist längst ein harter Standortfaktor und entscheidend
dafür, wo Unternehmen investieren und wo Menschen arbeiten wollen“,
sagt Kriz-Zwittkovits.
wko.at/wien/verbindungsbahn