FPÖ – Kaniak: „Sogenannte ‚Gesundheitsreform‘ verdient ihren Namen nicht!“

Wien (OTS) – Als ein Konzept, das den Namen „Reform“ nicht verdiene,
kritisierte
heute FPÖ-Gesundheitssprecher und Vorsitzender des parlamentarischen
Gesundheitsausschusses NAbg. Mag. Gerhard Kaniak die vorgestellten
Regierungspläne für das Gesundheitssystem. Es handle sich vielmehr um
einen staatlich subventionierten Aufbau von Parallelstrukturen, ohne
einen echten Systemwechsel durchzuführen.

„Eine Reform sollte Verbesserungen für die Menschen bringen. Was
die Regierung jedoch hier vorlegt, ist das genaue Gegenteil und geht
an den Bedürfnissen der Patienten vorbei. Anstatt das etablierte
System der Hausärzte und der niedergelassenen Fachärzte zu stärken,
setzt man auf zentralisierte Versorgungszentren, die die persönliche
Arzt-Patienten-Beziehung gefährden. Es droht eine Entwicklung hin zu
einer unpersönlicheren Medizin, bei der die Versorgung im ländlichen
Raum auf der Strecke bleibt“, so Kaniak.

Kaniak äußerte sich besonders kritisch zur nach wie vor
vorhandenen geteilten Zuständigkeit für von Spitälern und dem
niedergelassenen Bereich. Solange es keine Finanzierung aus einer
Hand gibt, wird der Patient zwischen diesen Bereichen hin und her
geschoben. Zudem ist es zum Beispiel nicht einzusehen, dass die
Erstattung bei Spitälern und Fachärzten für die selbe ambulante
Leistung oft verschieden ist. Der Zug hin zu zentralistischen
Versorgungssystemen zulasten des Arztes vor Ort nimmt den Menschen im
ländlichen Bereich ein entscheidendes Stück Sicherheit. Die Folgen
sind längere Anfahrtswege, die es älteren Menschen erschwert, zum
Arzt zu gehen, zumal nun auch bei den Krankentransporten massiv
eingespart wurde. Anstatt unsere regionalen Strukturen zu sichern,
wird hier die Versorgung ausgedünnt und zentralisiert – was bleibt
ist weniger Einzelversorgung und keine Flächendeckung.“

Gänzlich ausgeklammert in diesem „Reförmchen“ seien laut Kaniak
die akuten Probleme in der Arzneimitteversorgung und der
Standortunsicherheit für Pharmaunternehmen in Österreich. „Ebenso
‚vergessen‘ wurden die Aspekte der Pflege, Vorsorgemedizin, der
Nachversorgung und Rehabilitation. Gerade die Gesundheitsvorsorge ist
ein wichtiger Punkt, um ein fittes Altwerden im Beruf und darüber
hinaus zu gewährleisten – gesunde Menschen belasten das System bei
weitem weniger! Hier wurde ganz einfach nicht gesamthaft gedacht,
sondern nur ‚Flicken geschustert‘“, so Kaniak.

„Wir brauchen eine Stärkung der regionalen Versorgung und eine
Aufwertung des Hausarztberufs und der niedergelassenen Fachärzte. Die
FPÖ setzt sich für eine sichere und wohnortnahe Gesundheitsversorgung
für alle Österreicher ein und lehnt diese Pseudoreform und den Aufbau
von ineffizienten Parallelstrukturen ab. Österreich braucht auch im
Gesundheitssystem endlich einen echten Systemwechsel, in dem der
Patient und nicht die Machtinteressen von Bund, Ländern und
Sozialversicherungen im Mittelpunkt stehen“, stellte Kaniak klar.