Gewerkschaften zu Landeshauptleutekonferenz: Gesundheitsreform nicht auf Rücken der Beschäftigten

Wien (OTS) – younion _ Die Daseinsgewerkschaft Hauptgruppe 2 und
GÖD-die
Gesundheitsgewerkschaft fordern verbindliche Entscheidungen für beste
Gesundheitsversorgung – Personal muss Ausgangspunkt der Reform sein

Die Diskussion über die Zukunft des österreichischen
Gesundheitssystems muss jetzt zu konkreten Entscheidungen führen. Für
das Bündnis „Von Beruf Mensch“, getragen von der younion _ Die
Daseinsgewerkschaft Hauptgruppe 2 und der GÖD-die
Gesundheitsgewerkschaft, steht fest: Eine Gesundheitsreform ist nur
dann gelungen, wenn sie die medizinische, therapeutische und
pflegerische Versorgung für alle Menschen verbessert und zugleich die
Beschäftigten spürbar entlastet.

„ Unsere Kolleginnen und Kollegen sorgen jeden Tag dafür, dass
die Gesundheitsversorgung in Österreich auf hohem Niveau
funktioniert. Dieses Engagement verdient Respekt, vor allem aber
Rahmenbedingungen, die den steigenden Anforderungen gerecht werden.
Die Beschäftigten erwarten sich zu Recht, dass angekündigte Reformen
nun auch tatsächlich umgesetzt werden “, betont Edgar Martin,
Vorsitzender der younion _ Die Daseinsgewerkschaft Hauptgruppe 2.

Die Herausforderungen sind seit Langem bekannt: Der
Versorgungsbedarf steigt, Behandlungen werden komplexer, viele
Beschäftigte arbeiten an der Belastungsgrenze und der
Fachkräftemangel verschärft sich. Gleichzeitig wird zwischen Bund,
Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung über Zuständigkeiten,
Finanzierung und künftige Strukturen verhandelt.

Für die Gesundheitsgewerkschaften ist klar: Diese Reform darf
nicht bei Kompetenzfragen stehen bleiben. Entscheidend ist, ob
Patientinnen und Patienten rasch die notwendige Behandlung erhalten –
unabhängig von Wohnort, Einkommen oder Versicherungsstatus. Ebenso
entscheidend ist, ob genügend qualifiziertes Personal vorhanden ist,
um diese Versorgung dauerhaft in hoher Qualität sicherzustellen.

„ Wer Versorgung verbessern will, muss bei den Menschen ansetzen,
die sie jeden Tag leisten. Personal ist kein Kostenfaktor, den man
wegkürzen kann. Personal ist die Grundlage einer guten
Gesundheitsversorgung. Eine Reform, die Arbeitsverdichtung weiter
erhöht oder Verantwortung ohne ausreichende Ressourcen verlagert,
wird weder Beschäftigte entlasten noch Patientinnen und Patienten
helfen “, erklärt Reinhard Waldhör, Vorsitzender der GÖD-
Gesundheitsgewerkschaft.

Das Bündnis Von Beruf Mensch fordert daher eine
Gesundheitsreform, die klare und verbindliche Schwerpunkte setzt:

– eine öffentlich finanzierte, wohnortnahe und für alle zugängliche
Gesundheitsversorgung

– ausreichend Personal in allen Bereichen des Gesundheitswesens

– bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung, Berufseinstieg und
langfristigen Verbleib im Beruf

– verbindliche Qualitäts- und Versorgungsziele statt bloßer
Einsparvorgaben

– klare Zuständigkeiten und eine Finanzierung, die sich am
tatsächlichen Bedarf orientiert

Sparen an Personal, Ausbildung oder Infrastruktur ist keine
nachhaltige Reformpolitik. Es verschiebt Probleme in die Zukunft und
gefährdet die Qualität der Versorgung. Österreich braucht daher keine
Gesundheitsreform auf dem Papier, sondern einen verbindlichen Weg zu
einem starken öffentlichen Gesundheitssystem.

„Die Beschäftigten erwarten zu Recht, dass nun gehandelt wird. Es
geht um nicht weniger als die Frage, ob auch morgen jede und jeder
die beste notwendige medizinische Versorgung erhält. Dafür braucht es
den Mut zu Entscheidungen – und eine Reform, die den Menschen dient“,
so Martin und Waldhör abschließend.